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Zwischen Tornado Warnungen & Sonnenbrandgefahr

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Manchmal muss man einfach zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Und die Gelegenheit hier hieß "Neuwagen-Überführung eines Moturis Campers". Also machte ich mich nur mit meinem jüngsten Sohn (4 Jahre) auf den Weg. Nichts ahnend, dass dieser Urlaub einer der aufregendsten und teilweise echt beängstigend werden sollte. Aber wir haben es gemeistert und wurden mit wunderschönen Neuenglandstaaten und atemberaubenden Küstenlandschaften belohnt.

Prolog

Eigentlich sollte ja der große Urlaub erst noch kommen. Geplant sind für den Sommer 6 Wochen im Südwesten der USA mit Wohnmobil und der ganzen Familie. Wie ich aber im Herbst 2010 im Internet bei CANUSA über eine Ausschreibung für eine Wohnmobilüberführung ab Chicago gelesen habe, kitzelte es wieder im Bauch. Für den Bruchteil der normalen Miete konnte man ein nigelnagelneues Gefährt in Chicago abholen und es drei Wochen später an einer –zu diesem Zeitpunkt noch frei wählbaren- Vermietestation in den USA abgeben. Welcher Weg dazwischen lag, blieb einem selbst überlassen. Das Angebot kam von Roadbear und galt für Februar / März. Ein klein wenig überlegte ich hin und her und verwarf dann den Gedanken. Schließlich war es ja schon etwas dekadent in einem Jahr insgesamt 9 Wochen mit Urlaub zu verbringen. Und die Kinder mussten ja auch in die Schule.

Allerdings blieb es dann doch nicht bei dieser Entscheidung. Denn etwa einen Monat später entdeckte ich ein ähnliches Angebot –diesmal von Moturis Campingworld, den Vermieter, mit dem wir im Sommer unterwegs sein würden. Außer der Wahl zwischen dem Zeitraum (Februar / März oder Mai / Juni) konnte man noch die Länge wählen (1, 2, 3 oder sogar 4 Wochen) und natürlich die Abgabestation. Dem zweiten Angebot konnte ich nun doch nicht mehr widerstehen. Und mein Mann unterstützte mich bei dem Gedanken, alleine mit Marwin (zu dieser Zeit 4 Jahre alt) zu diesem „Abenteuer“ aufzubrechen, denn er versicherte mir, auf die beiden Älteren aufzupassen.
Somit musste ich nun nur noch die Randbedingungen festlegen. Der Zeitraum war schnell gefunden, da ich Februar/März für zu kalt definierte, auch die Länge mit drei Wochen war schnell entschieden. Etwas schwieriger tat ich mich mit der Abgabestation. Zuerst wollte ich unsere Freunde in Texas besuchen, stellt aber fest, dass es von Chicago nach Dallas keine für mich auf den ersten Blick interessante Nationalparks gab. Und auch die vorgegebenen 2500 Inklusiv-Meilen würden nicht reichen. So blieben die Stationen im Nordosten in der engeren Wahl. Und nach Studium des Reiseführers „Kanada Osten – USA Nordosten“ legte ich mich schließlich auf New York als Abgabeort fest. Somit war die Wohnwagenüberführung gebucht.

Die erste Planung führte mich dann auch durch Kanada bis Tadoussac. Als ich dann jedoch von den Lobster Shacks in Maine las, wurde die Tour kurzerhand wieder umgeworfen, das Whale Watching nach Cape Cod verlegt und die Tour stand fest:

 

Zuerst wollte ich ohne Navigationsgerät nur nach Papierkarten fahren, da wir 2009 in USA so gute Erfahrungen gemacht hatten. Die Ballungsräume in der Tour und mein 4jähriger Copilot, der wahrscheinlich keinen guten Kartenleser abgab, veranlassten mich aber doch dazu, mein GPS-Gerät (Oregon 450) mit einer Straßenkarte von USA zu versehen. Bereits zu Hause am PC konnte ich die gesamte Tour eingeben, Fahrzeiten berechnen lassen und zusätzliche „POIs“ für alle Fälle eingeben.

Zu den weiteren Vorbereitungen gehörte auch das Buchen einer Telefonie-Flatrate nach USA. Damit könnten mich meine drei Männer dann immer auf dem in USA noch zu kaufenden Handy erreichen, ohne dass wir Konkurs anmelden müssen. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, funktioniert das Prima!

Eine letzte große Herausforderung vor der Reise stellten die neuen Gepäckbestimmungen dar. Die ersten Version der gepackten Koffer lag um einige Kilos über dem erlaubten Gewicht und ich wollte doch auch noch etwas in USA einkaufen… Also: Klamotten raus, schwere Dinge doch noch ins Handgepäck, solange, bis es vom Gewicht OK war.

Auf nach Chicago

Der Wecker klingelte zur normalen Zeit. Von dem Großen verabschiedete ich mich, als sie sich auf den Weg zur Schule machten und dann hieß es auch schon für uns: ins Auto steigen! Die Fahrt zum Flughafen ging schnell – erst recht für diese Uhrzeit. Und auch im Flughafen selbst waren wir schnell fertig: Check-In am Automaten, Koffer am Bagage Drop-off abgeben und innerhalb von 20 Minuten waren wir fertig.

Spaß in den Dünen

Um 5:00 Uhr waren wir wach. Da war natürlich auch erst einmal Kuscheln angesagt. Es regnete und daher war keine Eile angesagt. Eigentlich hatte ich geplant, heute noch einmal nach Chicago reinzufahren. Marwin war aber von Anreise, Abholung des RV und der Zeitumstellung ziemlich fertig und auch nicht so begeistert von der großen Stadt. Somit beschloss ich, diesen Tag ganz ruhig anzugehen und lieber etwas die Natur des State Parks zu genießen.

Wohnmobil-Übernahme

Erwartungsgemäß waren wir um 4:00am wach. Da es erst ab 6:30am Frühstück gab, verbrachten wir noch etwas Zeit mit Kuscheln, Kaffee trinken und ….natürlich… fernsehen.

Nach dem Frühstück sammelten sich alle Reisenden (die meisten Deutsche) an der Rezeption. Wir warteten auf den Bus, der uns zu Horizon Transport in Wakarusa bringen sollte. Als dieser da war, lief jeder mit seinen Koffer zum Bus, stellte sie irgendwie in den Kofferraum und setzte sich sofort in den Bus. Das hatte zur Folge, dass eine Familie mit ihrem ganzen Gepäck vor dem Bus stand, weil es nicht mehr in das Gepäckfach passte. Natürlich stieg keiner der anderen Passagiere wieder aus, um zu helfen . Nur ein Niederländer und ich versuchten, was wir konnten. Ich nahm mein Bordcase aus dem Kofferraum, denn es gab auch Gepäckfächer über den Sitzen, wo dieser reinpasste.  Dann schauten wir, was noch umzuräumen ging.  Irgendwie schafften wir es dann alles noch unterzubringen, wobei Kinderwagen und Maxi Così noch mit in den Fahrgastraum musste, und die Familie im Bus verteilt saß. Die junge Mutter nahm alles recht gelassen, nur die Tante, die wohl zum ersten Mal auf Reisen war, wurde nervös.

325 Meilen nach Cleveland

Wieder um 5:30am waren wir wach. Diesmal konnte ich den Kaffee aber auf der Anrichte kochen. Bei der Inbetriebnahme des Toasters ging gleich der Rauchmelder im RV an. Vermeidbar war das nur, wenn man den Toaster auf den Herd stellte und die Dunstabzugshaube einschaltete, was ziemlichen Lärm verursachte. Somit wurde kurzerhand die Batterie aus dem Rauchmelder genommen….

Bis alles wieder verstaut, der Abwasch erledigt und die elektronischen „Spielsachen“ alle an ihrem Platz waren, war es kurz vor 9:00. Und dann kam, was zu einem täglichen Ritual werden sollte: Dumpen, Frischwasser nachfüllen, Müll wegbringen und tanken. (Nicht immer notwendigerweise in dieser Reihenfolge) Beim Tanken bekam ich dann erst einmal einen gehörigen Schrecken: Rund $4 für die Gallone. 2009 waren es noch $3. 30% Preissteigerung in 2 Jahren…

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